17. Jun 2020

My Home is my Office oder Corona und das Arbeiten von zuhause.

Hier sagen „Homeworker“ unverblümt Ihre Meinung.

My Home is my Office oder Corona und das Arbeiten von zuhause.

Quelle: Envato Elements.com


Corona hat die Welt in vielen Dingen verändert. Besonders das Berufsleben. Büro war – ist nicht mehr so möglich, wie wir es kennen. Homeoffice wurde zum Alltag. Für viele war es großartig für andere ein Albtraum.
Ich war neugierig darauf, was diese Menschen dazu sagen, wie es ihnen geht im
homeoffice und habe sie dazu gefragt.
Hier die Statements.

Bereichsleiterin Wohnungsbau:
Homeoffice ist eine intensive, gute Erfahrung. Gibt Zeit für konzeptionelle Arbeit, da weniger Meetings und weniger Fahrtzeit. Die Umstellung auf Video und Telco hat bei uns gut funktioniert. Nachteil ist, dass Privat und Beruf verschwimmt. Keine klaren Grenzen, arbeite oft ohne Pause durch. Der Smalltalk mit Kollegen und der Austausch an der Kaffeebar fehlen. Insofern ist der informelle Austausch, der aber auch sehr wichtig ist, weggefallen. Die gute Mischung macht es.

BU Leiter Handelskonzern:
Das war am Anfang ungewohnt so ganz ohne den persönlichen Austausch. Jetzt hat sich das ganz gut eingespielt. Der Austausch hat zugenommen. Wichtig ist, das Team zusammenzuhalten, damit sich die Menschen nicht verlassen fühlen. Wir haben ‚Dailys‘ eingerichtet. Jeden Tag schließen wir uns kurz: Was war gestern? Was steht heute an? Die Arbeitsintensität ist deutlich gestiegen. Kreativprozesse sind anstrengend. Die Ergebnisse sind nicht schlecht, sind aber bei Präsenzmeetings in entsprechender Umgebung deutlich besser. Das Arbeiten ist für alle selbstverantwortlicher geworden. Für die Zukunft sehe ich eine gute Mischung aus Büro und homeoffice. Vielleicht 1-2 Tage im Büro und der Rest im homeoffice. Was allerdings sehr wichtig ist, ist die entsprechende technische und ergonomische Ausstattung bei unseren Leuten zuhause. Damit meine Leute konzentriert arbeiten können und gesund bleiben.

Leiter öffentliche Behörde:

Ich habe eine Mischform zwischen homeoffice und Präsenz im Büro. Die Zeit im homeoffice gibt mir mehr Ruhe für konzeptionelles Arbeiten. Aber es ist auch gut, dass es beschränkt ist. Führung kann durch elektronische Kommunikation nicht im gleichen Maße ausgeübt werden. Handfeste Organisation geht nur vor Ort.

Bank Manager Zürich:
Homeoffice für mich: Die bessere Lebensqualität.
In den letzten Wochen habe ich mir Arbeitsweg, teure Mittagessen, Hemdenreinigung und viel Zeit gespart und konnte gleichzeitig effizienter arbeiten, da ich nicht alle 5 Minuten von Kollegen abgelenkt wurde. Wenn man die Disziplin für homeoffice hat, ist es langfristig von Vorteil für Arbeitnehmer und
Arbeitgeber. 

Vorteile für den Arbeitgeber: 

  • Arbeitsplatz-Kostenreduktion
  • Zufriedenere Angestellte = Produktiveres Arbeiten
  • Allerdings weniger Kontrolle über Angestellte

Vorteile für den Arbeitnehmer:

  • Mehr Zeit mit der Familie
  • Kein Arbeitsweg
  • Weniger Kosten
  • Allgemein bessere Lebensqualität
  • Allerdings Isolationsgefahr

Trotzdem hat es auch mal wieder gutgetan, durch die Stadt zu laufen und spontan mit Kunden/Freunden einen zu trinken.
Homeoffice ist meiner Meinung nach für viele Unternehmen die Zukunft.

Jura-Student:

Ich finde homeoffice tatsächlich sehr gut. Wir halten die Vorlesungen online ab. Wir sind 170 Studenten. Das funktioniert einwandfrei. Das Ding ist, das ich nicht weiß, ob ich mich dauerhaft in dem Maße motivieren und disziplinieren kann. Mit sozialem Druck ist das einfacher. Trotzdem ist das Angebot von der Uni super.

Gymnasiast:
Homeoffice ist langweilig. Es ist total eintönig, weil die Tagesabläufe wenig variieren. Online Unterricht ist eine gute Lösung für die jetzige Zeit, auf alle Fälle ausbaufähig. Den Präsenzunterricht in der Schule ziehe ich aber definitiv vor.


Wie denken Sie darüber?
Ihre Meinung interessiert mich. Schreiben Sie mir.
Vielen Dank.

Angela Babel.
Ihr Coach in Düsseldorf.

2Kommentare

  • Ellen Fritsche
    17.10.2020 09:11 Uhr

    Mir hat das Homeoffice zeitliche Freiräume beschert. Der nicht vorhandene Arbeitsweg ca 1 Stunde pro Tag. Auch wenn die direkte Kommunikation mit den Mitarbeitern sehr schön ist, auch diese nahm Zeit in Anspruch. Zwischendurch mal die Waschmaschine anstellen oder während eines Gesprächs schon mal die Möhren schneiden. Dazu keine Dienstreisen mehr. Das merke ich nicht nur persönlich, auch die Effizienz und die Produktivität der Arbeit sind gestiegen. Nie wieder möchte ich in die Mühle des Wahnsinns von vor Corona zurück!

  • Joachim Beutler
    24.06.2020 13:56 Uhr

    Joachim Beutler.
    Berater für Kommunikation.

    Ich arbeite seit vielen Jahren im "homeoffice". Ich habe das Glück aus grossen Fenstern den Himmel zu sehen und die Stadt Düsseldorf.
    Viel Ablenkung beim Nachdenken. Das ist gut so.
    Ich denke, dass zum Arbeiten im homeoffice unheimlich viel Disziplin gehört. Das fängt bei einem selbst an. Nicht am Rechner oder vor einem Blatt weißem Papier - das mit Ideen oder Text gefüllt werden sollte - herumzulungern. Mit zersaustem Haar, ungeputzten Zähnen, im Schlafanzug oder im Outfit der Nacht.
    Sondern so, als ginge man ins Büro oder zum Kunden. Auch gehört Ordnung ins Arbeitszimmer. Im Büro liegt ja auch nicht die Stulle mit der Käsescheibe vom Vortag neben den Dokumenten des Kunden. Und der Tag im homeoffice muss einen Rhytmus haben. Im Büro, in der Kanzlei, in der Agentur, im Showroom fangen Sie auch nicht plötzlich an, die Waschmaschine mit Weißwäsche bei 60 Grad zu starten. Nach dem Motto:
    "Moment lieber Kunde muss gerade mal die Waschmaschine oder den Geschirrspüler starten". Auch das "Essen" muss dem Rhythmus untergeordnet
    werden. Im Unternehmen und im Betrieb gibt es dafür die klar definierte Mittagspause. Machen Sie das zuhause auch. Natürlich können Sie mit Ihrer
    Nachbarin oder Nachbarn ein Schwätzchen halten. Tun Sie ja auch in der Teeküche mit Ihren Kollegen. Aber nicht den lieben langen Tag lang.
    Kurz: Geben Sie Ihrer Arbeitszeit im homeoffice ihren persönlichen Rhytmus.
    Vor Frauen mit Kindern im homeoffice habe ich allergrößten Respekt. Wie sie diese interdisziplinäre Aufgaben meistern, verdient Bewunderung.

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