17. Jul 2020

Selbstständig sein. Schock und Chance zugleich.

Wie fühlt man sich als Selbstständiger in den Corona Monaten? Was fehlt Ihnen, was wünschen sie sich?

Selbstständig sein. Schock und Chance zugleich.

Quelle: Envato Elements

Selbstständig arbeiten heißt, auf sich selbst gestellt zu sein. Nach innen seinen Job machen: die Aufgaben, Projekte, den Unterricht abzuarbeiten. Nach außen den persönlichen Kontakt mit den Kunden. Mit den Schülern. Meetings mit den externen Teams. Lieferantengespräche.
COVID-19 hat so ziemlich alles auf den Kopf gestellt. Schwächen aufgedeckt. Dinge verdeutlicht, alles neu justiert.
Homeoffice. Keine Meetings. Die Kunden per Videoübertragung. Die Nähe fehlt. Distanz.
Wir haben ganz unterschiedliche Menschen aus verschiedenen Berufen gefragt, wie sie mit dieser völlig neuen Situation umgehen.

Überraschend und interessant war es, die unterschiedlichsten Meinungen zu hören. Und hier sind sie zu lesen.


Eberhard B., Bad Vilbel, Kundenberater

Ich bin Kundenberater und betreue mit meiner Werbeagentur
mittelständische Unternehmer. Wir treffen uns mit den Kunden, lernen das Team kennen und arbeiten dann gemeinsam an den Aufgaben und Lösungen.
Ein tolles Gefühl, wenn nach vielen Diskussionen und Präsentationen das Ergebnis verabschiedet und umgesetzt wird.
In Corona Zeiten trifft man sich in seelenlosen Zoom-Meetings, spürt die Distanz, der Dialog ist mühsam, die Technik oft brüchig, einen Schulterschluss – im wahrsten Sinne des Wortes – gibt es nicht. Alles ist sehr viel unverbindlicher, macht weniger Spaß.
Ich hoffe die Wissenschaft findet bald einen Impfstoff und wir können uns wieder mit unseren Kunden und Partnern an einem Tisch setzen. Ohne Masken und Abstand. Mit dem Teamspirit, der so wichtig ist, wenn es darum geht
einzigartige und unverwechselbare Ideen und Konzepte zu entwickeln!

Klaus Peter G., Köln, Musiklehrer

Ich bin seit über 20 Jahren Musiklehrer für Klavier und Violine.
Eine Zeit wie dieses Frühjahr, verursacht durch die Corona Pandemie,
habe ich noch nie erlebt. Nichts ging mehr. Keine Unterrichtsstunde.
Kein Orchesterproben. Keine Aufführungen mit den Schülern.
Für mich ganz schrecklich alleine zu sein. Wie ein Solist ohne Zuhörer
in einem leeren Saal. Ich habe mit meinen Schülern telefoniert, ihnen
Stücke zum Üben gegeben und über FaceTime zugehört und unterrichtet.
Es hat mich traurig gemacht.

Norbert K., Architekt, Düsseldorf.

Für mich hat sich nichts verändert. Im Gegenteil.
Die Ruhe, ausgelöst durch den Lockdown, gab mir die Zeit
meine Entwürfe und Planungen gelassen zu Papier zu bringen.
Und, ich durfte ja auf die Baustellen, um mit den Bauherren und
Handwerkern zu reden.
Kurz: für mich hat sich nichts verändert.

Anastasia N., Inhaberin Reinigungsunternehmen, Düsseldorf

Also ich bin einfach nur dankbar. Dankbar, dass die Regierung uns finanziell unterstützt hat. Das ist nicht selbstverständlich. Es hat uns geholfen, die Zeit des Lockdowns zu überstehen. Wir werden in diesem Jahr auf unseren Urlaub verzichten und unser Geschäft wiederaufbauen. Damit wir das Vertrauen, was man in uns gesetzt hat, zurückgeben können und damit wir gut gerüstet sind, sollte es eine zweite Krise geben. Was wir alle nicht hoffen!!!

Holger N., Hamburg, Rechtsanwalt

Keine Mandanten in meiner kleinen Kanzlei.
Keinen Gerichtstermin.
Keine Verhandlungen.
Kein Treffen mit den Kollegen.
Kein Mittagessen nach erfolgreicher Verhandlung.

Alleine an meinem Schreibtisch.
Telefon-Festnetz. E-Mail. Handy.
Furchtbar. Eine ganz schreckliche Zeit.

Aber ich habe die Zeit genutzt mich neu aufzustellen.
Ein neues Zeitmanagement. Neue Organisation im Büro.
Neue schnellere Technik.

Frank Schüler, Kochevents, Düsseldorf

Wie alle in der Gastronomie: Geschlossen. Nichts.
Ich habe mich selbst beschäftigt, Dinge gemacht die lange Zeit
liegengeblieben sind. Mit meinen Kunden telefoniert.
Als die Lockerungen kamen, habe ich Menüs als Take away gekocht.
Als Beschäftigung. Verdienst: ein bisschen mehr, als der Einkauf gekostet hat.
Heute geht es langsam vorwärts. Mit Maske. Unter freiem Himmel mit
Abstandsregel.
Wir, das kleine Team, sind weit entfernt von dem Spaß und der Freude
beim Kochen und Essen, wie es vor Corona war.
Oh je, wann kommt die schöne Zeit wieder?

Christine T., Physiotherapeutin, Düsseldorf

Ich habe mehr zu tun als sonst. Den Gruppenunterricht habe ich in Einzelsitzungen und Kleingruppenarbeit aufgeteilt. Dadurch hat sich meine Arbeitszeit ausgedehnt. Ist zwar nicht so toll, aber ich mache es wirklich gern für meine Kunden und bin sehr dankbar, dass sie mir alle die Stange halten! Das ist ein Geschenk.



Wie denken Sie darüber?
Ihre Meinung interessiert mich. Schreiben Sie mir.
Vielen Dank.

Angela Babel.
Ihr Coach in Düsseldorf.

1Kommentar

  • Tatjana
    24.07.2020 16:53 Uhr

    Tatjana M., Event-Organisation, Köln

    COVID-19 und der Lockdown war von 100 auf 0.
    Der Stecker war aus der Steckdose gezogen.
    Ein Schock.
    Nach einiger Zeit haben wir uns neu aufgestellt.
    Mit unseren Kunden rege korrespondiert, und ihnen im homeoffice
    Vorschläge für die Zeit danach unterbreitet. Nach Lösungen gesucht, die den neuen Vorschriften gerecht werden. Unseren freien Mitarbeitern Vertrauen ausgesprochen.
    Intern haben wir uns von Ballast getrennt, um schneller und effizienter zu werden. Heute sind wir besser aufgestellt und haben für unsere Kunden die ersten Projekte erfolgreich gemeistert.


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