02. Mär 2020

Ich stricke, also bin ich. 

Viele Jahre hat Claudia Schiaretta dafür gekämpft, dass ihre Klienten Recht bekommen. Als Anwältin. Heute verwöhnt sie mit allerfeinster Strickerei aus Kaschmir ihre Kunden. Als Unternehmerin.

Ich stricke, also bin ich. 

Quelle: Foto Claudia Schiaretta


Ich stricke, also bin ich.

1. Kapitel: Damals
Es war einer jener Tage, an dem ich wieder mal, sehr früh morgens, auf dem Weg zum Amtsgericht war. 2. Stock, Sitzungszimmer 32 A, Berger gegen Berger. Scheidung.
Und immer wieder das gleiche Procedere. Mal wütende Parteien. Mal traurige Parteien. Mal ein vernünftiges Abschließen des gemeinsamen Weges. Klar, immer wieder die Herausforderung, meinen Mandaten aufs Beste zu beraten. Irgendwie machte es mir auch Freude…aber…ausschließlich reine intellektuelle Arbeit.
Auf den Stufen hinauf, unter den großen Säulen vor dem
Eingang, merkte ich auf einmal, wie sehr ich mich danach sehnte, mit Herz und Hand kreativ zu arbeiten. Sicher, diese Idee hatte ich immer mal wieder zwischendrin gehabt, mit Cashmere bester Qualität, von Hand die schönsten Sachen zu stricken, hatte sie aber nie verwirklicht. Und noch nie hatte mich diese Sehnsucht so gepackt, wie an diesem Tag. Ich erinnere mich genau, denn das war der Moment, der alles änderte.
Ich hatte plötzlich das Bild vor Augen, wie mich meine italienische Oma, Nonna Christina, auf ihren Schoß nahm und mir zwei Stricknadeln in die Hände legte. So brachte sie mir mit acht Jahren das Stricken bei. Ich lernte schnell und von da an strickte ich: In der Schule den Klassenkameraden bunte Schals und Strümpfe, während des Jurastudiums den Kommilitoninnen Wollmützen, Pullover für meine Partner und während der Schwangerschaft mit sehr viel Liebe unserem Sohn Jan die kuscheligste Babydecke, die es je gab.
Als mein Vater starb, und ein Jahr später meine Mutter,
war auf einmal in meinem Leben alles anders. Ich kümmerte mich in Umbrien, meiner zweiten Heimat, um den Nachlass meiner Familie, Casa Montini.

2. Kapitel: Neuanfang
Und während ich diese Stufen im Amtsgericht nahm, wurde mir unvermittelt klar, dass ich – neben der Juristerei – die Handwerkskunst wieder in mein Leben holen wollte.

Gesagt, getan. Casa Montini sollte meine Strickbasis werden. Ich wollte das Alte, Schöne aus dem Leben meiner Vorfahren mit meinem jetzigen Tun verbinden.
In den Nachbardörfern suchte ich nach Strickerinnen,
denn in Umbrien hat Stricken eine lange, große Tradition.
Das war nicht einfach, aber ich hatte Glück und habe sie gefunden. Dann begab ich mich auf die Suche nach den besten Herstellern für Cashmere Garn. Meine erste kleine Kollektion entstand: Wollschals, Mützen, Babydecken.
Parallel bereitete ich in Düsseldorf mein neues Unternehmen Filomontini vor.

3. Kapitel: Enttäuschungen
Der große Tag kam. Die Präsentation der Kollektion in einem
Showroom. Viele Einladungen verschickt, allen erzählt: „es ist soweit, ihr könnt kommen und bestellen…“
Ein paar Freunde kamen und Neugierige, die aber nur gucken wollten. Ich war natürlich enttäuscht. Machte aber weiter.
3 Tage Paris, ein Pop-Up- Store gemeinsam mit einer Bekannten.
Die Kollektion hatte ich mit neuen Farben und Strickmustern erweitert. Die 3 Tage von Paris wurden zum Desaster.
Nichts, nichts, nichts lief. Keiner kam, keiner hatte Interesse.
Nicht ein Stück verkauft.
Ich saß, ein Häufchen Elend, in meinem Hotelzimmer,
packte ein und fuhr schnurstracks nach Hause. Entmutigt flog
ich nach Umbrien. Graziella, eine meiner Strickerinnen nahm mich in den Arm und tröstete mich.
Wir tranken ein Gläschen Rotwein, sie machte mir Mut
nicht aufzugeben.

4. Kapitel: Heute
Das Glück schaute wieder vorbei und winkte.
Zufällige Begegnungen, überraschende neue Kontakte,
die ersten großen Bestellungen, Lob und Anerkennung
für die feine kleine individuelle Strickkollektion. Die Kunden kamen wieder und es kamen neue dazu. Heute, zwei Jahre später, bin ich glücklich über meinen kleinen Erfolg.
Für mich, für meine lieben Strickerinnen Donatella, Maria, Graziella und Ada und für alle, die mir dabei geholfen haben.
Es war nicht leicht, aber ich bin froh, dass ich drangeblieben bin, nicht aufgegeben habe. Und möchte Mut machen: Es lohnt sich.

Wenn Sie meine Kollektion sehen wollen, schauen Sie einfach unter: www.filomontini.com/home.
oder Sie besuchen mich auch gern in meinem Showroom im Drahthaus, auf der Kaiserswerther Straße 140 in Düsseldorf.


Was haben Sie verändert?
Welchen Weg sind Sie dabei gegangen?
Schreiben Sie uns.
Angela Babel. IhrCoach in Düsseldorf.







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